ORTHOPTIK (orthos und optikus)

kommt aus dem Griechischen und bedeutet

« richtig sehen «

Die Augen sind unser wichtigstes Sinnesorgan (80% der Wahrnehmung geschieht über die Augen) und störungsfreies Sehen ist eine Voraussetzung für eine positive allgemeine Entwicklung.

Grundlagen für «richtiges Sehen» sind:

Gute Sehschärfe für Nähe und Ferne

Ausgewogene Zusammenarbeit beider Augen

Stereosehen

Die Orthoptik ist ein Teilgebiet der Augenheilkunde und beschäftigt sich mit der Sehfunktion und der Zusammenarbeit beider Augen.

 

Aufgaben und Kompetenzen der Orthoptistin:

Diagnostik und Therapie von Sehschwächen und Schielen bei Kindern

Diagnostik und Therapie bei neurologisch bedingten Sehstörungen (Probleme nach Schlaganfällen, Hirnblutungen, SchädelHirn-Trauma etc.)

Prüfung der Augenmuskelfunktion

Prüfung des beidäugigen Sehens

Prüfung des Stereosehens

Amblyopiebehandlung

Abklärung und Behandlung von asthenopischen Beschwerden (Kopfschmerzen, Verschwommensehen, Probleme beim Fixationswechsel)

Anpassen von Prismenkorrekturen

Aufklärung der Patienten, bzw. Eltern über Diagnose und Therapieverlauf

Untersuchungen, Aufklärung und Prismenversorgung vor und nach SchielOPs

 

 

Wer braucht einen orthoptischen Termin:

Allgemein Kinder bis 16 Jahre

Frühgeburten

Kleinkinder, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Schielerkrankungen

Kinder mit Entwicklungs und Teilleistungstörungen  (LeseRechtsschreibstörung, AD(H)S, Wahrnehmungsstörungen)

Patienten mit familiären, augenbezogenen Vorbelastungen (hohe Brechkraftfehler, Schielen, Amblyopien, Augenzittern)

Patienten jeden Alters mit neurologisch bedingten Sehstörungen

Patienten mit Doppelbildern

Patienten vor KataraktOperationen mit V.a. Augenmuskelstörung, Doppelbildproblematik

 

 

Kinderaugen

Die Augen sind unser wichtigstes Sinnesorgan, da wir 80% aller Informationen über unsere Augen aufnehmen.

Die Sehentwicklung erfolgt in den ersten Lebensmonaten und Lebensjahren:

3 Monate:              Gegenstände und Gesichter können fixiert werden

4-6 Monate:           Entwicklung von Kontrastsehen und Akkommodation

6 Monate:              Entwicklung von dreidimensionalem Sehen

8-10 Jahre:             Sehentwicklung ist abgeschlossen

Bei der Geburt sind Auge, Sehnerv und Gehirnfunktion angelegt, aber die Zusammenarbeit der Augen und die Bildverarbeitung sind noch nicht vollständig entwickelt. Eine Fehlsichtigkeit, ein Schielen oder eine organische Erkrankung können diesen Reifungsprozess behindern und zu einer dauerhaften Sehbeeinträchtigung führen.

Je früher eine Störung der Sehfunktion erkannt und behandelt wird, umso grösser ist die Chance für ein störungsfreies Sehen und eine allgemeine positive Entwicklung des Kindes.

Kinder bemerken eine Sehstörung oft selber nicht, da sie es gewohnt sind so zu sehen und keine Vergleichsmöglichkeiten haben. Und Kinder sind in der Lage gewisse Refraktionsfehler selber zu kompensieren und wirken deshalb bei Routinekontrollen in der Kinderarztpraxis häufig unauffällig.

 Jedes Kind mit familiärer Vorbelastung und Auffälligkeiten sollte deshalb so früh wie möglich der Orthoptistin und dem Augenarzt zugewiesen werden. Der Fokus der Orthoptik liegt auf der Sehfunktion und der Zusammenarbeit der Augen, während die Untersuchung des Augenarztes die organische Diagnostik und Therapie des Auges beinhaltet.

 

 

Anzeichen/Auffälligkeiten die auf eine Störung der Sehfunktion hinweisen können:

Sichtbares Schielen (dauerndes oder zeitweiliges Abweichen eines Auges)

Sehverschlechterung, Verschwommensehen

Kopfschmerzen

Doppelbilder

Schiefhaltung des Kopfes

Herabhängendes Augenlid

Augenzittern

Weisse oder trübe Augenlinsen

Ungewöhnlich grosse Augen

Unterschiedlich grosse Pupillen

Bücher werden nah ans Auge genommen

Leseunlust

Kind rückt nah an den Fernseher

Probleme im grobmotorischen oder feinmotorischen Bereich

Auffälliges Blinzeln oder Zukneifen eines Auges

Häufiges Augenreiben

Lichtempfindlichkeit

Häufig entzündete, verklebte oder tränende Augen

Verdacht auf gestörtes Farbensehen

Teilleistungsstörungen, Wahrnehmungsstörungen

Für die Erstuntersuchung in unserer Praxis ist es wichtig, dass Sie und Ihr Kind genügend Zeit (1.5-2 Std.) mitbringen. Neben den Kontrollen bei Orthoptistin und Augenarzt wird der Tropfentest durchgeführt, um einen Brillenbedarf exakt zu messen und den organischen Befund des Auges zu erheben. Die Tropfen führen zu Verschwommensehen und erhöhter Blendempfindlichkeit. Die Kinder können danach keine Hausaufgaben erledigen und sollten keinen Sport treiben. In der Regel normalisiert sich die Situation bis am nächsten Tag.

Wenn Ihr Kind bereits in augenärztlicher Behandlung ist und/oder zusätzliche Erkrankungen hat, möchten wir Sie bitten die entsprechenden Krankengeschichten an uns zu schicken.

Wir passen die Untersuchungen dem Alter und dem Entwicklungsstand Ihres Kindes an und erklären und besprechen Diagnostik und Therapie mit Ihnen in verständlicher Art und Weise.

 

 

Therapie:

Bei bestehenden Brechkraftfehlern wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und/oder Hornhautverkrümmung erfolgt in der Regel eine Brillenverordnung.

Bei Vorliegen eines Schielens, was meist mit einer einseitigen Sehschwäche einher geht, erfolgt nach der Brillenverordnung eine Okklusionstherapie/Pflastertherapie zugunsten des schwächeren Auges

Je nach Schielform kann eine Augenmuskeloperation nötig sein

 

GLOSSAR Augenheilkunde/Orthoptik